„Weltwirtschaft und Globalisierung“: Schüler besuchen Stiebel Eltron

8.11.2017

Unterrichtsprojekt „Weltwirtschaft und Globalisierung“: Schülerinnen und Schüler des Oberstufengymnasiums Eschwege erkunden weltweit tätige Eschweger Unternehmen wie zum Beispiel STIEBEL ELTRON

 

Leicht versteckt hinter der Cantus-Bahnstrecke, parallel zur Niederhoner Straße, liegt der Weltmarkt- und Technologieführer im Bereich Haustechnik und erneuerbare Energien: STIEBEL ELTRON. Nur einen Steinwurf vom weiteren Technologieführer SAHM entfernt, hat sich das Werk von STIEBEL ELTRON in Eschwege mit seinen hochwertigen Produkten zum Kompetenzzentrum Kunststoff entwickelt. Als exportstarkes Hightech-Unternehmen mit einem Exportanteil von über 40 % war STIEBEL ELTRON ein weiteres Paradebeispiel für einen Global Player, der von Eschwege aus weltweit unterwegs ist. Ein absoluter Pflichtbesuch für die Schülergruppe des Oberstufengymnasiums Eschwege im Rahmen des vom Lehrplan vorgegebenen Themas „Weltwirtschaft und Globalisierung“.

Im Rahmen eines neuen experimentellen Unterrichtsprojektes setzt sich das Oberstufengymnasium Eschwege intensiv mit heimischen Unternehmen auseinander, die für den Weltmarkt produzieren. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Netzwerk Initiative Wirtschaftsraum Eschwege – NIWE .
Dank der Unterstützung von Wolfgang Conrad, Wirtschaftsförderer der Kreisstadt und Netzwerk-Manager, erkundete die Kleingruppe des Oberstufengymnasiums zusammen mit Lehrerin Cathleen Buch realitätsnah die Tiefen von Entwicklung, Produktion, Innovationsfähigkeit, Weltmarktvertrieb sowie die heimischen Standortfaktoren.

Anke Herrmann, die Personalleiterin und mit viel Herzblut agierende Gastgeberin bei STIEBEL ELTRON an diesem Tag, berichtete mit Stolz, dass im Werk Eschwege 170 Mitarbeiter beschäftigt sind, davon 17 Auszubildende. Und dies bei einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von über 15 Jahren und einem Altersdurchschnitt von rund 41,5 Jahren. Stiebel Eltron ist eben seit 45 Jahren ein fester Faktor im Wirtschaftsraum Eschwege und ein zuverlässiger Arbeitgeber. Unterstützt wurde Anke Herrmann von Alicia Schmauch, Kauffrau für Büromanagement im 2. Ausbildungsjahr und vorher am Oberstufengymnasium Eschwege.

Mit 6 Ausbildungsberufen, einem Studienplatz Maschinenbau und zwei Jahrespraktikantenplätze Technik im Angebot ist der Nachwuchs bei STIEBEL ELTRON in Eschwege auf sehr gutem Wege. Schließlich beruhen die Innovationskraft und der Erfolg des Unternehmens auf den Leistungen der Mitarbeiter/innen, wie Anke Herrmann ausdrücklich betonte. Deshalb habe die Ausbildung bei STIEBEL ELTRON einen hohen Stellenwert.

Seit 1972 in Eschwege ansässig (Übernahme von General Electric) ist STIEBEL ELTRON als weltweit agierendes Unternehmen immer noch ein mittelständisches Familienunternehmen. Zu den weltweiten Produktionsstätten gehören neben Holzminden, u. a. mit Wärmepumpen, Durchlauferhitzern und Warmwasserspeichern und Eschwege mit Kunststoffteilen und Kleinspeichern, Ayutthaya in Thailand, Poprad in der Slowakei und Tianjin in China. Was alle Standorte auszeichnet: technische Leistungsfähigkeit, Qualität, Innovation, Zuverlässigkeit und kundennaher Service. Als Global Player beschäftigt STIEBEL ELTRON 3.100 Mitarbeiter weltweit, davon 1.900 in Deutschland (davon wiederum 1.400 in Holzminden). Zu STIEBEL ELTRON gehören auch noch 21 Tochterunternehmen. Mit den Marken STIEBEL ELTRON, AEG Haustechnik, tecalor, Zanker und Tatramat ist die Unternehmensgruppe bestens für die unterschiedlichen nationalen und internationalen Zielgruppen aufgestellt.

Natürlich ließ Anke Herrmann die Schülergruppe auch einen Blick hinter die Kulissen, sprich in die Produktionshallen werfen. Hierbei wurde dann schnell klar, welche Bandbreite die Fertigung in Eschwege besitzt: von der Produktentwicklung über die Werkzeugkonstruktion und den Werkzeugbau, die Eignungsprüfung, Serienprüfung und Qualitätsprüfung bis zur Serienfertigung. Unter anderem laufen im Werk Eschwege 27 Spritzgussmaschinen im 3-Schichtbetrieb, am Tag werden ca. 111.000 Kunststoffteile produziert.
Zu den Kernkompetenzen des Werkes Eschwege zählen insbesondere der Formenbau mit Konstruktion bzw. die Entwicklung und Konstruktion hochwertiger Kunststoffkomponenten für den Eigenbedarf sowie für andere Standorte. In der Unternehmensgruppe stellt das Werk Eschwege nahezu alle Spritzgießwerkzeuge her und ist alleiniger Hersteller fast aller Kunststoff-Formen für STIEBEL ELTRON Produkte und OEM-Kunden. Allein in der Produktentwicklung arbeiten in Eschwege 10 Mitarbeiter.

Abschließend stellte die Schülergruppe dann im Showroom verblüfft fest, dass sie die im Werk Eschwege produzierten Endgeräte ja auch von zu Hause oder von Gastronomiebesuchen kennen: Kleinspeicher, Kochendwassergeräte, Händetrockner und Schnellheizer. Aus der Region, für die Region und weltweit. Erschöpft und super informiert ging es nach dem Betriebsrundgang für die Schülergruppe wieder zurück in den Schulalltag.

Auf dem angehängten Foto befinden sich (von links nach rechts):
Cathleen Buch, Wolfgang Conrad, Gianluca Messina, Anke Herrmann, Anna Schmerfeld,
Tobias Wedekind und Johannes Hundeshagen.

Die NIWE wurde 2003 von der Wirtschaftsförderung der Kreisstadt als Unternehmensnetzwerk für den Wirtschaftsraum Eschwege gegründet und 2005-7 von der EU gefördert. Die NIWE versteht sich als flexibles, kreatives Kooperations­netzwerk ohne starre Struktur und ohne Mitgliedsbeiträge, rein auf freiwilliger Basis. Die NIWE fördert sowohl den persönlichen Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen als auch den die kooperative Zusammenarbeit und unterstützt überbetriebliche Aktivitäten. Die NIWE erleichtert die Suche nach regionalen Partnern, fördert die überbetriebliche Ausbildung im Netzwerkverbund und kümmert sich um den Fachkräftenachwuchs.