„Weltwirtschaft und Globalisierung“: Schüler besuchen Präwema Antriebstechnik

25.10.2017

Unterrichtsprojekt „Weltwirtschaft und Globalisierung“: Schülerinnen und Schüler des Oberstufengymnasiums Eschwege erkunden weltweit tätige Eschweger Unternehmen wie zum Beispiel Präwema Antriebstechnik

 

Ein Dauerbrenner im Wirtschaftsraum Eschwege ist das Thema, wie wir Schülerinnen und Schüler stärker unsere heimischen Unternehmen ins Bewusstsein rufen, die zum Teil Weltmarktführer in exportstarken Technologiesektoren sind? Nach wie vor wird unterschätzt, dass gerade in Eschwege erfolgreiche Hightech-Unternehmen weltweit tätig sind. Dank des neuesten Unterrichtsprojekts des Oberstufengymnasiums Eschwege im Rahmen des durch den Lehrplan vorgegebenen Themas „Weltwirtschaft und Globalisierung“ im Fach Politik und Wirtschaft erkunden Schülerinnen und Schüler nun in Zusammenarbeit mit der NIWE ausgesuchte Unternehmen in Eschwege und führen Interviews. In Kleingruppen geht es jeweils um Fragen der Unternehmensgeschichte, Ausweitung von Produktion und Vertrieb, Weltmarkt und -handel, Standortfaktoren, Arbeitsteilung usw., um Wissen aus dem Unterricht realitätsnah mit den tatsächlichen Bedingungen zu verknüpfen, unter denen heimische Unternehmen heute für den Weltmarkt produzieren.

Dank der Unterstützung und Organisation des Unternehmensnetzwerkes NIWE in Person des Wirtschaftsförderers der Kreisstadt Eschwege, Wolfgang Conrad, ging es nach der Vorbereitung im Unterricht jetzt zu Präwema Antriebstechnik am Hessenring. Marion Lentz, die betreuende Lehrerin vom Oberstufengymnasium und der städtische Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad, die beide neue Wege gehen möchten, ermöglichten den Schülerinnen, die nächstes Jahr Abitur machen, bei Präwema einen Blick hinter die Kulissen eines echten Global Players.

Projekt Manager Alexander Reimuth ließ mit sehr viel Herzblut tiefe Einblicke in die Fertigungsphilosophie und die dynamischen, technischen Entwicklungen bei Präwema und der DVS-Gruppe zu. Es war interessant zu beobachten, wie Technik, hautnah vorgeführt, doch faszinieren kann. Schnell wurde klar, dass die steigenden weltweiten Herausforderungen bezüglich der Herstellung der Antriebe von morgen ständig optimierter und innovativer Fertigungslösungen bedürfen. Und hier ging es auch um die Zukunft: Beim Umstieg vom Verbrennungsmotor zum E-Antrieb will Präwema auch ganz vorne mit dabei sein. Die Realität ist eben doch um vieles spannender als die Unterrichtstheorie.

Axel Löhr, Mitglied des Vorstandes und CFO, vermittelte dann noch einmal eindrücklich, was es heißt, ein Global Player zu sein. Päwema, seit 1944 in Eschwege ansässig, mit aktuell 280 Mitarbeitern, ist als Sondermaschinenbauer einer der weltweit führenden Systemanbieter im Antriebsstrang. Präwema. die Abkürzung steht für Präzisionswerkzeugmaschinen, ist mit der Kernkompetenz “Verzahnung“ Weltmarktführer in der Technologie „Honen“. Hauptkunde ist die weltweite Fahrzeugindustrie. Mit einem Exportanteil von über 60 % sind daher naturgemäß auch ständig bis zu 60 Servicetechniker überall auf der Welt unterwegs, allein in China ständig 15 Techniker. Das erfordere hohe Flexibilität der Techniker und Englisch als Fremdsprache. Die Globalisierung sichert am Standort Eschwege die Arbeitsplätze, wobei man gleichzeitig sehr stolz auf die regional verwurzelten Facharbeiter sei. Und auf noch etwas ist man bei Präwema sehr stolz: Rund 60 % der Facharbeiter sind bei Präwema ausgebildet worden und daneben auch noch weitere überbetrieblich für den Wirtschaftsraum.
Schwer beindruckt ging es erst nach über 2 Stunden wieder zurück in den Schulalltag und für den Wettbewerb Hessen Champions, an dem Präwema als Mitglied der DVS-Gruppe teilnimmt, drücken jetzt alle die Daumen.

Auf dem angehängten Foto befinden sich (von links nach rechts):
Helena Brill, Lara Heckmann, Belana Schade, betreuende Lehrerin Marion Lentz und im Hintergrund Projekt Manager Alexander Reimuth zusammen mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Wolfgang Conrad.

Die NIWE wurde 2003 von der Wirtschaftsförderung der Kreisstadt als Unternehmensnetzwerk für den Wirtschaftsraum Eschwege gegründet und 2005-7 von der EU gefördert. Die NIWE versteht sich als flexibles, kreatives Kooperations­netzwerk ohne starre Struktur und ohne Mitgliedsbeiträge, rein auf freiwilliger Basis. Die NIWE fördert sowohl den persönlichen Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen als auch den die kooperative Zusammenarbeit und unterstützt überbetriebliche Aktivitäten. Die NIWE erleichtert die Suche nach regionalen Partnern, fördert die überbetriebliche Ausbildung im Netzwerkverbund und kümmert sich um den Fachkräftenachwuchs.