Start des Trainingszentrums Industrie 4.0 durch das Unternehmensnetzwerk NIWE in Kooperation mit der Firma Präwema Antriebstechnik

11.06.2019

Unser neues Trainingszentrums Industrie 4.0 ist am 03. Juni 2019 offiziell an der Start gegangen – wir sind stolz darauf.

Mit unserem neuen Trainingszentrum ergreifen wir als NIWE – das netzwerk in Kooperation mit Präwema Antriebstechnik in Eschwege mutig die Initiative, die Herausforderungen der Digitalisierung anzunehmen und vor allem zu gestalten. Mit unserer wegweisenden Entscheidung, den Fachkräften von morgen als Regelqualifikation die Grundlagen der Industrierobotik und Automation für einen professionellen Umgang mit technisch anspruchsvollen Technologie-Produkten für die Praxis zu vermitteln, setzen wir als Kooperation einen Meilenstein in der überbetrieblichen Ausbildung für den Wirtschaftsraum Eschwege. Gleichzeitig ist damit der Weg geebnet für die Fort- und Weiterbildung. Dies ist unser Weg der Sicherung des Fachkräftenachwuchses sowie der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Wirtschaftsraum.

Unser nagelneuer KUKA Schulungsroboter, der schnellste seiner Art, freut sich schon auf seinen Einsatz. Der Kreisstadt Eschwege sei für ihre finanzielle Beteiligung an dieser Stelle ausdrücklich gedankt. Nächste Ausbaustufen: 3D-Druck, Fort- und Weiterbildung, die Vernetzung mit Schulen und Hochschulen sowie öffentliche Veranstaltungen zu den Themen Digitalisierung und KI.

Zukunft ist jetzt, starten wir!

 

Der Schlüssel zu Erfolg und zur Nachhaltigkeit in der Eschweger Technologiepolitik liegt darin, in den Fachkräftenachwuchs zu investieren und sicherzustellen, dass der Wirtschaftsstandort Eschwege ein attraktiver Ort für gut ausgebildete Fachkräfte ist und bleibt.

Warum?

Der Wirtschaftsraum Eschwege gilt als ein modernes Anwenderzentrum für innovative Produktionstechnologien mit dem Schwerpunkt Sonder-, Werkzeugmaschinen- und Formenbau, insbesondere im Bereich der Automobilzulieferindustrie. Gut qualifizierte Fachkräfte bilden das Rückgrat des Wirtschaftsraumes und nur gut qualifizierte Mitarbeiter garantieren im Hinblick auf die digitale Transformation die erfolgreiche Entwicklung unserer Unternehmen und damit ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Welche Herausforderungen bestehen?

Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen in unserem Wirtschaftsraum sind u. a. der demographische Wandel, Stichwort Nachwuchspotenzial, die niedrige Arbeitslosenquote, heterogene Eingangsqualifikationen, begrenzte Forschungs- und Entwicklungskapazitäten und die Schwierigkeit, für unseren Wirtschaftsraum geeignete „externe“ Fachkräfte anzuwerben.

Gleichzeitig stehen die Unternehmen vor dem Hintergrund von „Industrie 4.0“, „digitale Transformation“ und „KI“ (künstliche Intelligenz) mitten im technologischen Strukturwandel, im digitalen Wandel, sich der rasant beschleunigt.

Konsequenz

Folglich hängt das zukünftige Wirtschaftswachstum der Kreisstadt bzw. des Wirtschaftsraumes sowie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen entscheidend davon ab, ausreichend Nachwuchs zu requirieren und sowohl ihn als auch die Mitarbeiter von heute im Wege der Weiterbildung auf die Anwendung der Technologien vorzubereiten, die den technologischen Strukturwandel in der Industrie beschleunigt vorantreiben.

Unsere Haltung

Nachdem sich der Hype um das Thema Industrie 4.0 auf Ebene der KMU inzwischen etwas gelegt hat, vertreten wir die Auffassung, dass die digitale Transformation mehr bedeutet als die Digitalisierung der Produktion. Er muss an anderer Stelle ansetzen: Wir konzentrieren uns als Unternehmens-Netzwerk NIWE zusammen der Firma Präwema Antriebstechnik, unserem Ausbildungspartner für die überbetriebliche Ausbildung, vor dem Hintergrund der Digitalisierung mit aller Kraft auf die Weiterentwicklung der Aus- und Weiterbildung zur Absicherung des Fachkräftebedarfs und auf den Innovationstransfer neuer Technologien in die berufliche Aus-und Weiterbildung.

Der Umgang mit KI erfordert auf Ebene der Auszubildenden und auf Ebene der Fachkräfte im Maschinenbau ganz neue Kompetenzen. Die durch die Digitalisierung sich in ihrem Automatisierungsgrad kontinuierlich verändernden Produktionssysteme stellen ganz neue Anforderungen an Fähigkeiten, Fertigkeiten, Flexibilität und Lernbereitschaft. Im Kontext der Industrie 4.0 werden sich darüber hinaus viele Ausbildungsberufe und Jobprofile ändern, werden ganz neue Ausbildungsberufe entstehen. Diese neuen Kompetenzen gilt es zu erlernen. 

Unser Anspruch

Auf dem Weg zur Industrie 4.0 müssen die Auszubildenden und Mitarbeiter mitgenommen und die nötigen Kompetenzen aufgebaut werden. Mit dem Schwerpunkt Werkzeugmaschinenbau im Netzwerk und Wirtschaftsraum ist das Ziel innerhalb des Industrie 4.0-Werkzeugkastens bereits vorgegeben: Für angehende Fachkräfte (und in der Fort- und Weiterbildung) sind fundierte Kenntnisse in Robotik und Automation essenziell.

Aus diesem Grunde bauen das Unternehmens-Netzwerk NIWE in Kooperation mit der Firma Präwema Antriebstechnik die überbetriebliche Ausbildung (bei der Firma Präwema) zu einem „Trainingszentrum Industrie 4.0“, spezialisiert auf Robotik und Automation, aus.

Der Ausbauplan „Trainingszentrum I 4.0“ sieht wie folgt aus:

  1. Ausbaustufe: Grundlagen der Robotertechnik erlernen (Erstausstattung)
  2. Ausbaustufe: Ausstattung für Fortgeschrittene
  3. Ausbaustufe: Grundlagen der 3 D-Drucktechnik erlernen (Erstausstattung)
  4. Ausbaustufe: Ausstattung für Fortgeschrittene

In der jetzigen 1. Ausbaustufe sollen die Grundlagen der Industrierobotik für einen professionellen Umgang mit technisch anspruchsvollen Technologie-Produkten für die Praxis vermittelt werden. Die Fachkräfte von morgen sollen eine optimale Ausbildung in Robotik erhalten, und zwar nicht als optionale Zusatzqualifikation, sondern als Regel- und damit Pflichtqualifikation. Das schafft Klarheit und Verbindlichkeit.

Der zu diesem Zweck angeschaffte KUKA Schulungsroboter (Trainingszelle), der schnellste seiner Art, steht ab jetzt für die Schulung der Auszubildenden bereit.

Damit ist das Trainingszentrum Industrie 4.0 ein Meilenstein für die überbetriebliche Ausbildung im Wirtschaftsraum.

Hintergrund Ausbildung

Im Wirtschaftsraum Eschwege bildet in den industriellen Metallberufen überbetrieblich einzig die Firma Präwema Antriebstechnik aus. Präwema Antriebstechnik ist der strategisch wichtigste Partner der NIWE in der überbetrieblichen Ausbildung und bereits im Rahmen der NIWE-EU-Förderung 2005 – 2007 mit Mitteln für die Ausstattung der überbetrieblichen Ausbildung bedacht worden. Im Hinblick auf eine attraktive und moderne Ausbildung hat die Fa. Präwema Antriebstechnik in den letzten 11/2-Jahren bereits knapp 300.000 EUR in die Ausbildungsstätte bzw. die Ausstattung investiert..

Unterstützung

Das Projekt wird maßgeblich vorangetrieben durch die Wirtschaftsförderung der Kreisstadt, die auch die NIWE – das netzwerk vor 16 Jahren ins Leben gerufen hat und seitdem betreut, natürlich in enger Kooperation mit dem Ausbildungsbetrieb Präwema Antriebstechnik. Die Anschaffung erfolgte anteilig durch die Kreisstadt Eschwege und die Firma Präwema Antriebstechnik GmbH. 

Zukunftsorientierte Mitarbeiterbindung

Unser Credo: Zukunftsorientierte Mitarbeiterbindung beginnt bei der Ausbildung. Und wer junge Menschen für Beruf und Unternehmen gewinnen will, muss zu allererst das Interesse der jungen Menschen wecken. Für die heutigen Digital Natives ist es daher wichtig, auf welchem Digitalisierungsstand sich das zukünftige Berufsfeld, besonders aber der Ausbildungsbetrieb bzw. das Unternehmen befindet. Zudem ist dies auch über die sozialen Medien zu kommunizieren, muss der potenzielle Nachwuchs dort abgeholt werden.  

Fazit

Mit dem Start des Trainingszentrums Industrie 4.0 in Eschwege ergreifen die NIWE – das netzwerk und Präwema Antriebstechnik mutig die Initiative, die Herausforderungen der „Digitalisierung“ anzunehmen und vor allem zu gestalten. Mit der wegweisenden Entscheidung, den Fachkräften von morgen als Regelqualifikation die Grundlagen der Industrierobotik für einen professionellen Umgang mit technisch anspruchsvollen Technologie-Produkten für die Praxis zu vermitteln, setzt die Kooperation einen Meilenstein in der überbetrieblichen Ausbildung für den Wirtschaftsraum Eschwege.

Auf dem Foto: Michael Stey, Florian Zeuch, Wolfgang Conrad (v. l.); Foto: Iffert

Die NIWE wurde 2003 von der Wirtschaftsförderung der Kreisstadt als Unternehmensnetzwerk für den Wirtschaftsraum Eschwege gegründet und 2005-7 von der EU gefördert. Die NIWE versteht sich als flexibles, kreatives Kooperations­netzwerk ohne starre Struktur und ohne Mitgliedsbeiträge, rein auf freiwilliger Basis. Die NIWE fördert sowohl den persönlichen Kontakt und Erfahrungsaustausch zwischen den Unternehmen als auch den die kooperative Zusammenarbeit und unterstützt überbetriebliche Aktivitäten. Die NIWE erleichtert die Suche nach regionalen Partnern, fördert die überbetriebliche Ausbildung im Netzwerkverbund und kümmert sich um den Fachkräftenachwuchs.